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Leonberg · Mitgliedergedanken

Frauen in der Politik

Über Frauen in der Politik wurde schon viel geschrieben. Allein in der Wochenzeitung "Die Zeit" kommen unendlich viele Artikel. Ich gestehe hier, ich habe sie nicht alle gelesen. Und ich schicke vorneweg: ich erhebe keinen Anspruch auf die Lösung des Problems und dieser Beitrag ist eine Meinung, nämlich meine ureigene, und kein gut recherchierter Artikel in einschlägigen Medien.

Aber warum liegt mir das Thema am Herzen? Zum einen das Offensichtliche vorneweg: Ich bin eine Frau. Und weil auch ich viel zu oft höre: „Ach, ich wähle, was mein Mann auch wählt.“ oder „Nein, Politik ist nichts für mich!“.

Ich gebe zu, dass mich solche Aussagen ärgern. Denn die Frauen haben doch bis 1918 nicht darum gekämpft, wählen gehen zu dürfen, damit wir heute wieder hinstehen und solche Aussagen tätigen. Nun war ich nicht dabei, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, was diese Frauen im Kopf hatten, nämlich, dass wir heute mitwirken, unser Stimmrecht nutzen und uns auch in Parteien engagieren sollen.

Ich habe dazu eine Freundin gefragt, die zwar leider nicht in der FDP, aber einer anderen, durchaus brauchbaren demokratischen Partei Mitglied und Ortschaftsrätin ist.

Ihr Befund ist schlecht.

Platt gesagt, Gleichberechtigung funktioniert nicht und der Umstand, dass sie Kinder zu organisieren hat, wird unterschlagen oder zumindest nicht mitgedacht. Klingt hart? Ist es. Und fatal. Und einfach nicht fair.

Warum ist es nicht fair? Tja, die Väter zu Kindern können sich offensichtlich auf die Mütter verlassen, wir Frauen müssen es organisieren. Gleichberechtigung sieht anders aus. Und wenn es schon so ist und wir trotzdem in Parteien arbeiten, wäre es doch zumindest nett, wenn die Parteikollegen Verständnis aufbringen würden. Und es ist nicht fair, sondern erniedrigend, wenn man als Frau ignoriert wird, während die Parteikollegen händeschüttelnd durch den Raum gehen und überall ausreden dürfen. Ja tatsächlich dürfen wir Frauen das offensichtlich nicht.

Warum es fatal ist? Wir bräuchten mehr Frauen in jeder Partei (die Grünen stehen vielleicht am besten da). Jetzt kann man sich fragen, weshalb man mehr Frauen braucht. Nicht nur, dass sie 50% der Bevölkerung ausmachen - nein, sie sind auch oft Manager einer ganzen Familie. Und wer das mal gemacht hat, weiß, was das heißt. Und diese Fähigkeiten könnte man doch ganz hervorragend nicht nur im Familienministerium gebrauchen, oder?

Und um meine Freundin zu zitieren: Es geht nicht nur um große Gleichstellungsdebatten, sondern um die vielen kleinen Momente im Alltag, die darüber entscheiden, wer gehört wird – und wer nicht.

Zur Verteidigung meiner Vorstandskollegen und den Männern, die ich bisher in meiner Partei treffen durfte: Ich werde tatsächlich gehört (ich bin, glaube ich, auch laut genug) und ich werde nicht übergangen. Aber habe ich jetzt Glück oder setze ich mich nur genug durch?

Das "Problem" des Kinder Organisierens und der daraus mangelnden Zeit habe ich auch – zumindest noch ein paar Jahre. Dann wird’s ja bekanntlich besser.

Vielleicht möchten wir alle einmal mehr auch die Frauen in unseren Reihen aufnehmen und unterstützen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf fdp-leonberg.de (öffnet in neuem Tab).

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